Die Farbe des Lebens

von Alexandra Wimmer / Geschichten zum Wundertanken

Zwei Männer betrachteten das Leben.

"Das Leben ist ganz schön trostlos und grau", sagte der eine.

"Es ist nicht das Leben, das dein Leben färbt. Es ist dein Denken, das dein Leben färbt“, antwortete der andere.

Ich tanze Tango Argentino. Eines Tages sagte ein Tanzpartner zu mir: „Du hast mehrmals während des Tanzens gelacht. Du hast dich sicher über mich lustig gemacht! Ich habe den einen Schritt nicht so hinbekommen, das ist dir sicher unangenehm aufgefallen. Und dann hast du gesagt, dass dir die Füße weh tun. Du wolltest mich damit einfach nur loswerden, weil du nicht gerne mit mir getanzt hast.“
Wow!
Ich hatte gelacht, weil mir ein paar Gedanken durch den Kopf gingen, die jedoch weder mit dem Tanzpartner noch mit dem Tanzen zu tun hatten. Dass er den einen Schritt nicht hinbekommen hat, hatte ich nicht gemerkt. Und die Füße taten mir wirklich weh, da ich den Tag über viel gestanden hatte.
Jede seiner Interpretationen war eine Fehlinterpretation. Und jede seiner Interpretationen schmerzte zutiefst – vor allem ihn selbst!

Wenn wir Verhaltensweisen und Aussagen anderer „gegen uns“ interpretieren, ist das so, als würden wir uns selbst geißeln. Dabei könnten wir das Leben voller prächtiger Farben sehen!

Beobachten Sie Ihre Interpretationen von Verhaltensweisen und Aussagen anderer:

Interpretieren Sie Kritik, wenn auch andere Möglichkeiten gegeben wären?
Formulieren Sie ungünstige Interpretationen gleich um!
Übertreiben Sie diese Vorstellungen und bringen Sie sich selbst zum Lachen!

Z. B.: „Ihr ist wahrscheinlich aufgefallen, dass ich den einen Schritt nicht so hinbekommen habe. Sie denkt sicher, ich bin voll kreativ, weil ich trotzdem so gekonnt weitergetanzt habe. Ich bin halt ein zweiter Fred Astaire.“

Was könnten Sie heute tun (denken), um Farbe in Ihr Leben zu bringen?

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